Liebe Gemeinde,
Hummeln können nicht fliegen! Vor einiger Zeit habe ich
etwas Interessantes gelesen, über das ich mir bisher noch
nie Gedanken gemacht habe.
Eine Hummel wiegt durchschnittlich 1,2 Gramm und hat
eine Flügelfläche von 0,7 Quadratzentimetern.
Nach den Gesetzen der Aerodynamik kann sie nicht fliegen.
Doch die Hummel weiß das nicht.
Bei manchen Dingen in der Natur konnten wir uns lange
nicht erklären, wie sie funktionieren. Aber zum Glück
klappen sie auch, ohne dass wir es verstehen. Vieles in
unserer Umwelt weist darauf hin, dass es einen schöpfenden
Gott gibt, der unsere Welt geplant hat – und der
mehr davon versteht als wir (auch wenn wir heute wissen,
warum die Hummel fliegt).
Trotzdem gibt es offensichtlich immer wieder Bereiche,
die wir Menschen nicht erfassen können. Die Natur und
die Schöpfung übersteigen unser Vermögen, Dinge zu
erklären. Möglicherweise nur eine Frage der Zeit –
möglicherweise auch nicht.
Vieles in der Bibel können wir uns nicht erklären. Jesus
tut Wunder: Er geht auf dem Wasser, aus Wasser macht
er Wein, er heilt Menschen von Krankheiten, er weckt
Tote auf und steht selbst nach seinem Tod wieder auf.
Jesus als Gottes Sohn sprengt die Maßstäbe unseres
Denkens und unseres Erkennens. Aber: wäre es nicht
seltsam, wenn sich Gottes Sohn in weltliche Maßstäbe
einpassen ließe?
Noch schwieriger wird es, wenn es um unvorhergesehene,
unbegreifliche Dinge in unserem persönlichen Leben
geht. Der Verlust eines geliebten Menschen, Krankheit…
Aber man muss gar nicht so weit gehen. Oft reicht schon
eine bedrückende Situation im Beruf oder im Privatleben,
aus der man keinen Weg erkennen kann um zu zweifeln:
Hört Gott wirklich mein Gebet? Ist Gott wirklich da? Ist er
in der Lage, mir zu helfen, so wie es die Bibel verspricht?
Unverständliches überwinden wir manchmal dadurch,
dass wir das Gegenteil erleben.
Wenn man eine Hummel fliegen sieht, sind alle Zweifel
überwunden. Auch Gott lädt uns ein, unsere Zweifel zu
überwinden: Er lädt uns ein, an ihn zu glauben, uns auf
ihn einzulassen. Er lädt uns ein, seine Macht zu erleben
und zu erkennen: Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist so ein
mächtiger Gott, wie du, Gott, bist? Du bist der Gott, der
Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den
Völkern. (Psalm 77,14+15)
Ich kann Gott in meinem Alltag erleben – seine Kraft,
die in dem Schwachen mächtig ist, seinen Segen der
Veränderung, wo alles festgefahren scheint. Vor ein paar
Jahren hatte ich lange Zeit massive Probleme mit einem
Schüler, jede Stunde ging ich mit Bauchschmerzen in
die Klasse. Ich versuchte alle Methoden, alle erzieherischen
und pädagogischen Maßnahmen, aber es half alles
nichts. Eines Tages nahm ich mir seit langem das erste
Mal wieder Zeit, vor der Schule zu beten. Von da an betete
ich jeden Tag ganz konkret für diesen Schüler und diese
schwierige Situation. Ich nahm Gott beim Wort, und
er half. Dieses Erlebnis hat mich gestärkt und mir wieder
deutlich gemacht: Gott ist da und möchte in unseren Alltag
hineinwirken, wenn wir ihn lassen.
Groß ist unser Gott, der Wunder tut!
Ihre Religionspädagogin Tabea Krömer
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